Holz-Zentralblatt 2

HCN unterstützt beim Unternehmens-Rating
Betriebsspezifische Stärken herausstreichen, Schwachstellen erkennen und eliminieren

Die Besicherung von Krediten und Darlehen wird künftig von der Bonität des Kreditwerbers bestimmt. Im Rahmen eines so genannten "Ratings" wird beurteilt, inwieweit der Schuldner seine finanziellen Verpflichtungen vollständig und fristgerecht erfüllen kann. Aus dem Rating und dem daraus resultierenden Gewichtungsfaktor für die Besicherung von Krediten ergeben sich die Finanzierungskosten und damit die Sollzinsen für den Kreditnehmer.

Betrachtet man die Kriterien der verschiedenen bankeninternen Rating-Systeme, so wird deutlich, dass bei allen Rating-Systemen neben den vergangenheitsbezogenen Daten, den sog. "hard-facts", vor allem die Zukunftsorientierung eine wichtige Rolle spielt.

Aber auch "soft-facts" fließen in die Bewertung ein. Wurde also bisher die Kreditwürdigkeit vorwiegend ex post anhand von Jahresabschlusskennzahlen beurteilt, so ist die entscheidende Neuerung von Basel II, dass der Planungsrechnung und den qualitativen Faktoren eines Unternehmens eine wesentlich stärkere Bedeutung zugemessen wird.

Thematisch ist die bankeninterne Beurteilung in drei Themenbereiche gegliedert:

* Branchenrisiken: Entwicklung der Branche allgemein, Umfang des technischen Wandels, Trendentwicklungen
* Geschäftsrisiken: Stellung des Unternehmens innerhalb der Branche, Bewertung Wettbewerbsposition, Beurteilung der Managementkompetenz
* Finanzrisiken: Qualität des Planungs- und Rechnungswesens, Rentabilität, Kapitalstruktur, Verschuldungsgrad

Die Branche der Holz- und Forstwirtschaft gilt in Finanzkreisen nicht zuletzt durch ihre Nähe zur Bauwirtschaft als konjunkturanfällig und nach wie vor als wenig bis mäßig innovativ, was dem Leistungsvermögen vieler Betriebe jedoch nicht gerecht wird.

Aus diesem Grunde wird von der Firma "HCN - HolzConsulting Niedermeier" Unternehmern und Geschäftsführern die Erstellung eines ausführlichen Informations-Memorandums (IM) für Banken und Ratingagenturen empfohlen. Das IM dient - unter Berücksichtigung aller rating-relevanten Kriterien - der vertiefenden Darstellung der Chancen der Holzbranche insgesamt und vor allem der Möglichkeiten des eigenen Unternehmens vor branchenfremden Analysten und Kapitalgebern.

Eine offene und plausible Präsentation schafft Transparenz und fördert das Vertrauen in die Holzbranche und somit auch in das eigene Unternehmen, was sich unmittelbar auf das Rating und die Finanzierungskosten auswirkt. Für eine erfolgreiche Beurteilung durch die Banken ist es notwendig, das Unternehmen vorher zu durchleuchten und es "fit" zu machen. Die Einbindung eines externen, aber branchenerfahrenen Beraterteams in der Zeit vor dem Rating und während der Erstellung des IM bringt dabei große Vorteile. Unter Einbeziehung von Benchmarks und den Holzbranchenkenntnissen des Beraterteams lassen sich die unternehmenstypischen Stärken und Schwächen gegenüber Mitbewerbern in SWOT-Analysen (Stärken-Schwächen-Analysen) herausarbeiten.

Da bereits heute die Banken ihre Bewertungen nach diesen Kriterien durchführen, sollten die Unternehmen der Holz- und Forstwirtschaft mit der Aufdeckung und Beseitigung von Schwachstellen umgehend beginnen. Nach deren erfolgreicher Beseitigung gilt es, die unternehmensspezifischen Stärken konsequent auszubauen, um so die eigene Wettbewerbsposition nachhaltig zu verbessern.

Nachdem sich kleine und mittelgroße Unternehmen dem Rating nicht entziehen können, sollte die Holzbranche es als Chance begreifen, um ihre Unternehmen für die Zukunft zu rüsten und erfolgreich auszubauen.

(Holz-Zentralblatt - Januar 2003)