Business-to-Business
Business-to-Business-Marktplatz Holzbörse
Jemand verdient Geld im Web
Die Betreiber des Internet-Marktplatzes Holzbörse haben es geschafft. Die Bannerplätze müssen die zahlenden Werbekunden oft ein halbes Jahr im voraus bezahlen. Die Landshuter sind international im Geschäft und haben sogar schon den Break-Even geschafft
Als Sohn eines Holzhändlers lernte Marcus Niedermeier eines früh: Nicht der Absatz bereitet der Branche Probleme, sondern die Beschaffung. Mit Blick auf die Einkauf sorgen der Branche gründete der heute 29 jährige Anfang 1996 die Holzbörse im Internet. "Die ersten zwei Jahre waren hart, blickt der Unternehmer zurück. Doch seit eineinhalb Jahren läuft das Geschäft auf internationaler Basis, und auch der Break-Even liegt schon ein Jahr hinter dem Landshuter, der seinen Standort mit Blick auf das internationale Geschäft nach München verlegen wird. Den Erfolg der Holzbörse führt Niedermeier unter anderem auf den internationalen Charakter zurück. Zum Beispiel werde, mittlerweile rare Buche aus Russland von deutschen oder österreichischen Zwischenhändler nach Asien verkauft. "Solche Geschäfte können nur über das Internet funktionieren", sagt Niedermeier. Käufer und Verkäufer treffen sich in der Holzbörse (http://www.holzboerse.de oder http://www.timber.org), die es in deutscher, englischer, französischer, italienischer, russischer, spanischer und ungarischer Sprache gibt. Der Zutritt ist kostenpflichtig. "Normale Holzhändler" zahlen 89 Mark pro Monat, um in den Datenbanken nach Holzart, Menge und Qualität suchen zu können. Niedermeier will von seinen 1.500 Mitgliedern bewusst keine Provision verlangen. Wir befinden uns in einer besonderen Branche", erklärt der Bayer. Der Holzhändler müsse einfach eine Größenordnung haben, mit der er fix auf der Kostenseite kalkulieren könne, je nach Angebot haben die Einkäufe nämlich Volumina von 1.000 bis 500.000 Mark. Und für ihn und seine Firma sei es vom Aufwand völlig unerheblich, ob 100 oder 1.000 Festmeter den Besitzer wechseln. Die Waren werden von der Holzbörse nur logisch geprüft. "Wenn jemand 50.000 fm Buche in Furnierqualität anbietet, werden wir ihn wegen Unseriosität herausnehmen. Außerdem verlange er bei sehr hochwertigen Angeboten Fotos, die die Qualität belegen. Doch dabei handelt es sich nur um eine selektive Prüfung, denn in der Branche ist es üblich, dass der Käufer jeden einzelnen Balken umdrehe, bevor es zum Handschlag kommt. Die Holzbörse bezieht ihre Einnahmen aus den Abos, Web-Design und -Hosting für Kunden sowie aus der Werbung. "Für Werbebanner haben wir teilweise Wartezeiten von einem halben Jahr." Er lacht: "Ich weiß, dass das genauso unglaublich ist wie die Aussage anderer, sie müssten nichts verdienen." Niedermeier und sein 16-köpfiges Team haben namhafte Firmen aus der Branche als Partner für ihren Marktplatz, der auch gleichzeitig ein Infoforum mit Jobbörse und Online-Zeitschrift darstellt. Dementsprechend stehen Übersetzer, WebDesigner und Manager und Redakteure auf der Pay-Roll. Gerade die Mitarbeitersituation bereitet ihm Kopfschmerzen. "Bis Ende des Jahres müssen wir uns verdoppelt haben", erklärt er seufzend. Von dem Standortwechsel in die Landeshauptstadt verspricht er sich eine Menge. Aber Personen, die sowohl der Holzwirtschaft als auch den, Internet zugänglich seien, findet man selten.
(Autor: N.N. / 2001)
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